Ein Stadtrundgang durch Fladungen

Die Fachwerkhäuser 
Reich geschnitzte und farbig gefasste Eckständer an den Fassadenschauseiten zeugen von der Dekorationsfreude und Kunstfertigkeit der Handwerker nach dem ersten Drittel des 17. Jahrhunderts. Es sind darauf häufig halbplastische Köpfe zu sehen, die teilweise groteske und teilweise realistische Züge tragen. An den Hausfassaden gibt es außerdem noch dekorative Schmuckformen wie Kartuschen und Rollwerk, Schuppen- oder Spiralmuster zu entdecken. 

Die Stadtbefestigung
Die Stadtmauer mit Wehrtürmen und Mauerreitern wurde wahrscheinlich 1335 erbaut, dem Jahr der Stadterhebung Fladungens. Im Zuge der Dorferneuerung konnte die Stadtmauer restauriert und vor allem der historische Wehrgang wieder freigelegt werden.

Sagenumrankt
"Der Maulaff": Der bekannteste Turm der Stadtbefestigung ist der Maulaffenturm. Den Namen bekam der Turm von einer kleinen Steinfigur auf einem Steinsockel auf halber Turmhöhe: Ein kleines Männchen streckt dem Betrachter seine übergroße Sitzfläche entgegen - der Maulaff. Um dessen Entstehung und Bedeutung ranken sich einige Sagen. Eine dieser Sagen erzählt von einer schwedischen Belagerung im 30jährigen Krieg: Aus dem letzten Mehl soll ein Bäcker die Figur gebacken und auf die Stadtmauer gestellt haben, so dass die Schweden abgezogen seien.

Das Rathaus: Auf dem zentralen Marktplatz sticht der wuchtige Bau des alten Amts- und Centhauses hervor. Mit seinen Renaissancegiebeln überragt es die Dächer der umliegenden Fachwerkhäuser.

Die Stadtpfarrkirche: Die Stadtpfarrkirche "St. Kilian" wurde im 17. Jahrhundert erbaut. Das Innere des Gotteshauses ist ein Schatzkästlein des späten Rokoko. Der Hochaltar mit viersäuligem Aufbau ist reich verziert. Das Zentrum bildet die goldene Immakulata, flankiert von Petrus und Paulus.

Das Gemeindebackhaus: Auch heute noch wird im Gemeindebackhaus bei der Mittelmühle Brot gebacken. Vornehmlich am Wochenende wird der Ofen mit Reisig angeschürt und der bekannte "Zwiebelplotz" und gutes Bauernbrot gebacken.

Das Rhön-Museum: Das Rhön-Museum in Fladungen bietet dem Besucher der Rhön einen umfassenden und aufschlussreichen Einblick in die Kultur und Lebensweise der Bevölkerung dieses Landstriches und zählt zu den ältesten Regionalmuseen Nordbayerns.

Das Fränkische Freilandmuseum: Das Fränkische Freilandmuseum Fladungen hat sich die Darstellung der dörflichen Kultur Unterfrankens zur Aufgabe gemacht. Ausgewählte alte Bauernhäuser und Höfe, die an ihrem Standort vom Verfall oder Abbruch bedroht waren, werden gemäß ihrer Herkunft in zwei Baugruppen im Museumsgelände wieder aufgebaut. Entsprechend ihrer ehemaligen Nutzung sind sie mit Mobiliar und Einrichtungsgegenständen, mit bäuerlichem und handwerklichem Gerät ausgestattet. Die Museumsbahn, das „Rhön-Zügle“ dampft an ausgewählten Sonn- und Feiertagen von Mai bis Oktober durch das Streutal.